Biographie von Otto Claudius

Blick auf Naumburg - Aufnahme Hans-Georg Fischer, Naumnurg

Am 6. Dezember 1794 wurde Otto Claudius in Sohland am Rotstein in der Oberlausitz geboren. Der Sohn des Generalacciseeinnehmers Ferdinand Claudius aus Kamenz kam mit 11 Jahren in das Gymnasium nach Görlitz. Hier wurde das musikalische Talent des Jungen entdeckt. Nach den Befreiungskriegen 1813 - 1815, an denen er als Freiwilliger teilnahm, studierte er an der Leipziger Universität Jura. Der Tod seiner Eltern zwang ihn jedoch, das Studium zu beenden und für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen. So nahm er 1816 eine Anstellung als Gesangslehrer in Zittau an. Dort an der Ratsfreischule lernte er Hofrat Rochlitz kennen, der als Kritiker der „Allgemeinen Musikzeitung, welche in Leipzig herausgegeben wurde, bekannt war und ihn zu Kompositionsversuchen ermunterte. Claudius komponierte seine erste Operette mit dem Titel „Brautschau“, die ihn aber selbst nicht befriedigte. Er gab seine Anstellung als Lehrer wenig später auf und ging wieder nach Leipzig. Dort widmete er sich kontrapunktlichen Studien, so dass bald darauf seine erste Oper „Arion“ erschien. Nachdem die Ouvertüre dazu im Leipziger Gewandhaus aufgeführt wurde, wurden ihm auch für seine zweite Oper „Aladin“ aussichtsvolle Versprechungen gemacht. Dennoch kamen beide nicht zur Aufführung. Seine großen Erfolge waren Lieder, Kantaten, Motetten und Klavierkompositionen, die zum Teil wiederholt in der Thomaskirche in Leipzig aufgeführt und bei den Verlagen Breitkopf & Härtel in Leipzig und bei Hoffmeister & Paul in Dresden gedruckt wurden. Als 1829 die Kantorenstelle am Naumburger Dom neu besetzt werden musste, kamen dafür drei Kandidaten in die engere Wahl. Einer von ihnen war Otto Claudius. Am 6. April 1829 hatten diese drei Kandidaten im Dom vorzuspielen. Der berühmte großherzoglich-sächsische Hofkapellmeister Hummel leitete die Probe. Claudius bekam die Kantorenstelle mit einem Gehalt von 300 Talern und musste daher sein schmales Gehalt mit Privatstunden aufbessern. Die sonntäglichen Konzerte, welche er abwechselnd im Dom oder der Wenzelskirche mit dem von ihm geleiteten Domchor gab, erfüllten ihn  mit großer Freude. Er komponierte für den Chor zahlreiche Hymnen und Kantaten. Daneben entstanden noch Lieder und verschiedene Studien.   Im Jahre 1840 wurde Claudius der Titel „Königlicher Musikdirektor“ verliehen. Nach Bayreuth gab es einen regen Briefwechsel zu Richard Wagner. In dieser Zeit begann er seine dritte Oper „Der Gang zum Eisenhammer“, zu der er auch Anweisungen von Wagner erhalten hatte. Später schrieb Claudius noch die komische Oper mit dem Titel „Die Widerspenstige“. Seine Stärke lag allerdings in der Liedkomposition. Mehr als 170 Lieder stammen aus seiner Feder. Der im Jahre 1831 gegründete „Verein für Männersang“, bei dem Claudius einer der Dirigenten war, gab sich im Jahre 1846 den Namen „Claudiusliedertafel. Der 1847 gegründete „Sängerbund an der Saale“ wählte ihn als Bundesdirigenten. 1853 kam der Schwanengesang „Die Glocke“, den er für Orchester und Männerstimmen geschrieben hatte, in Leipzig unter großem Beifall zur Aufführung.   Im Alter von 71 Jahren legte Otto Claudius seine Ämter nieder und trat 1865 in den verdienten Ruhestand. Am 3. August 1877 starb er im Alter von 83 Jahren in Naumburg.     Zwei Jahre nach seinem Tod wurde für ihn ein Denkmal im Bürgergarten in Naumburg errichtet. Es trägt die Inschrift „Dem Componisten Otto Claudius, Königl. Musikdirector und Cantor am Dom gewidmet von seinen Schülern, Freunden und seiner Liedertafel in Naumburg 1879.“  Die feierliche Enthüllung des Denkmals am 21. September 1879 wurde zu einer großen Huldigung für den toten Komponisten.

 

23 Liedertafeln mit 500 Sängern zogen zum Bürgergarten und weihten die Gedächtnisstätte feierlich ein.   

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